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„Wald tut gut!“ von Karin Greiner und Martin Kiem

Der Wald ist viel mehr als nur eine Ansammlung von Bäumen. Er ist ein Ort der Entspannung und der Entschleunigung, ein Immun-Booster, eine Trainingshalle und ein Sehnsuchtsort. In ihrem neuen Buch „Wald tut gut!“ durchforsten Karin Greiner und Martin Kiem den Wald und seine Wirkung.

Als Antwort auf Stress, Beton und schlechte Luft entstand in den 1980-Jahren in Japan Shinrin Yoku, auch Waldbaden genannt. Ziel war es, in der Natur zu entspannen, sich zumindest für kurze Zeit von den tagtäglichen Stressoren zu lösen und ganz in die Atmosphäre des Waldes einzutauchen. Die Biologin, Kräuterpädagogin und „Bayern 1“-Pflanzenexpertin Karin Greiner und der Psychologe und Coach Martin Kiem betrachten in ihrem gerade erschienenen 264-Seiten-Buch den Wald aus vielen Perspektiven und richten dabei ihr Hauptaugenmerk auf die psychische und physische Wirkung, die ein Besuch im Wald mit sich bringt.

Der Wald als Ort der Sehnsucht und der Entschleunigung

„Zurück zur Natur und zu dem Wurzeln bedeutet in keiner Weise Rückschritt, sondern Gedeihen“, schreiben die Autoren auf den ersten Seiten. Sie erklären die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach der Natur und die gleichzeitige Entfremdung von ihr. Sich auf den Wald einzulassen und sich dabei ganz auf die eigenen Sinne zu konzentrieren, also zu hören, fühlen, riechen, schmecken und sehen, sei Balsam für die Seele und eine Wohltat für den Körper. Entschleunigung und Achtsamkeit stehen hier im Fokus der Betrachtung und somit das Ankommen in der Gegenwart.

Achtsamkeitsübungen und wissenschaftliche Studien

Wie man sich dem Wald nähern und in ihn eintauchen kann, zeigen Greiner und Kiem anhand etlicher Übungen wie Visualisierungs-, Atem-, Sinnes- oder Reflexionsübungen. Sie berichten über Stress, seine Entstehung und Auswirkungen, zitieren zahlreiche wissenschaftliche Studien rund um das moderne Leben, erzählen über Wahrnehmungspsychologie und die positiven Veränderungen, die im Kontakt mit der Natur nicht lange auf sich warten lassen.

Baumporträts und Rezepte

Außerdem porträtieren die Autoren typische Waldbäume und berichten über Möglichkeiten, sich den unterschiedlichen Arten zu nähern. Es gibt beispielsweise eine Anleitung zum Ziehen von Birken-Bonsais, für die Herstellung von Erlenzapfen-Tinte oder das Sammeln von Baumperlen. Das Buch endet mit einem Kapitel mit vielversprechenden Rezepten. Etwa für einen Waldsalat, der u.a. Linden-, Birken- und Ahornblätter enthält und für Wald-Knäckebrot mit Baumblättern, Brennnesseln und Waldfrüchten.

Fazit

„Wald tut gut!“ ist ein anregend geschriebenes Buch, das wie ein abwechslungsreicher Waldspaziergang daher kommt. Es ist ein super Mix aus Wissenschaft, praktischen Übungen und vielen Tipps rund ums Wald-Erleben. Und auch wenn Greiner und Kiem mal ganz wissenschaftlich werden und beispielsweise über Terpene oder Ionen aufklären, bleiben sie immer gut verständlich. Die 150 tollen Fotos, von denen die meisten von Naturfotografin Martina Weise stammen, runden das Buch ab zu einer vielseitigen Liebeserklärung an den Wald.


„Wald tut gut! – Stress abbauen, Wohlbefinden und Gesundheit stärken“ * von Karin Greiner und Martin Kiem, erschienen im Februar 2019 im AT-Verlag, Aarau und München

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