„Permakultur – Grundlagen und Praxisbeispiele für nachhaltiges Gärtnern“ von Christoph Bachmann, Eva Bührer und Kurt Forster ?>

„Permakultur – Grundlagen und Praxisbeispiele für nachhaltiges Gärtnern“ von Christoph Bachmann, Eva Bührer und Kurt Forster

Auf dem Balkon geht es genauso gut wie in einem normalen Hausgarten: Gärtnern nach den Prinzipien der Permakultur. Wie das Ganze funktioniert und warum Träume immer ein guter Anfang sind, verraten die Permakultur-Designer Christoph Bachmann, Eva Bührer und Kurt Forster in ihrem Buch „Permakultur – Grundlagen und Praxisbeispiele für nachhaltiges Gärtnern“.

Trauben, Kirschen und Feigen an den Wänden, ein terrassierter Gemüsegarten und ein kleines Moorbiotop für Heidel- und Preiselbeeren. All das und vieles mehr hat Kurt Forster auf seinem 700 Quadratmeter großen Grundstück möglich gemacht. Vorgegangen ist er dabei nach den Ideen der Permakultur. Was sich hinter diesem Begriff verbirgt, welche Prinzipien und Grundsätzen zugrunde liegen und mit welchen Methoden die Umsetzung erfolgen kann, darum geht es auf 286 Seiten.

Drei Prinzipien und zehn Grundsätze

Der erste Teil des Buches liefert den theoretischen Überbau: Drei ethische Prinzipien, nämlich „earth care“, „people care“ und „fair share“ (Sorge für die Erde, für die Menschen und faires Teilen) bilden die Basis für das permakulturelle Handeln. Was das konkret bedeutet, zeigt sich in zehn Grundsätzen. Zu ihnen gehören unter anderem „Von der Natur lernen“ , „Energie effizient nutzen“, „Resiliente Systeme schaffen“ und „Optimal gestalten und anordnen“. Jeder einzelne Grundsatz wird erst erklärt und anschließend mit Beispielen zum Leben erweckt. Wer etwa dem Grundsatz „Von der Natur lernen“ folgt, setzt mehrjährige Pflanzen, sorgt für gut bedeckten Boden oder plant ein Fleckchen „Sol sauvage“ (wilder Boden) ein. Bevor es mit dem Praxisteil des Buches weitergeht, wird die Designmethode TEEPUR (Träumen, Entdecken, Entwickeln, Planen, Umsetzen, Reflektieren) vorgestellt, an der sich alle nachfolgenden Praxisbeispiele orientieren.

Vorgestellt: neun Permakulturprojekte

Wie ein bunt gemischter Strauß kommt der zweite Teil des Buches daher. Neun sehr unterschiedliche Projekte zeigen die Bandbreite der Möglichkeiten. Mit dabei: der eingangs erwähnte Hausgarten von Kurt Forster,  „Permakultur auf dem Balkon“, „Permakultur im Gewächshaus“, „Der produktive Waldgarten“ und „Permakultur in einer Siedlung“. Dabei werden viele interessante und einfallsreiche Elemente und Gestaltungsmöglichkeiten vorgestellt wie der Bau von Terrassen, der Hochbeetbau aus Einmalpaletten, die Herstellung von kostbarer Terra-Preta-Erde und die Nutzung von Komposttoiletten oder Kompostheizung. Jedes Kapital beginnt mit einer Auflistung der jeweils umgesetzten Permakulturgrundsätze. Auf diese beziehen sich die Autoren fortwährend, so dass der Zusammenhang von Theorie und Praxis immer erkennbar bleibt.

Super strukuriertes Buch mit tollem Theorieteil

286 Seiten, davon 120 Theorie – das klingt anstrengend. Ist es aber nicht! Im Gegenteil: Das Buch ist sehr klar aufgebaut, wunderbar luftig gestaltet und dazu noch verständlich formuliert. Knapp zweihundert Farbfotos, etliche Skizzen, Tabellen und Ergänzungskästchen sorgen für reichlich Abwechslung im Lesefluss. Endlich mal ein Buch, in dem auch die zugrunde liegende Theorie mit ihren Prinzipien und Grundsätzen nicht zu kurz kommt. Wer dieses Buch gelesen hat versteht, warum Permakultur deutlich über bio-orientiertes Gärtnern mit Kräuterspirale und Hügelbeet hinausgeht.

Garten-Grünschnäbel, die noch nie eine Möhre gesät oder einen Apfelbaum gepflanzt haben, werden an einigen Stellen des Buches vielleicht ein bisschen zu knabbern haben, doch der durchschnittserfahrene Gärtner kommt sicher problemlos klar.

Fazit

Ein durchweg gelungenes Buch, das Theorie und Praxis der Permakultur sehr erhellend verknüpft. Für Menschen, die nachhaltiger leben, Ressourcen schonen und nutzen wollen, sich die Hände auch mal schmutzig machen können und Lust haben auf ein Buch, das sie in all diesen Interessen unterstützt.

Permakultur – Grundlagen und Praxisbeispiele für nachhaltiges Gärtnern“ * von Christoph Bachmann, Eva Bührer und Kurt Forster, erschienen 2017 im Haupt Verlag, Bern

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