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„Das Minimalismus-Projekt“ von Christof Herrmann

Mehr Zeit, Freiheit und Zufriedenheit. Das ist das Versprechen, das Christof Herrmann dem Leser in seinem neuen Buch „Das Minimalismus-Projekt“ gibt. Wie man zu diesem Lebensgefühl gelangt, erklärt der Autor in 52 Kapiteln.

2006 kündigte Informatiker Christof Herrmann Job und Wohnung und startete ein großes Abenteuer: Eineinhalb Jahre fuhr er mit dem Rad um die Welt. Was er unterwegs brauchte, trug er in nur fünf Fahrradtaschen mit sich. Wieder in Deutschland, war ihm klar, dass er sein altes Leben mit großer Wohnung und viel Zeug nicht zurück haben wollte. Er hatte den Minimalismus für sich entdeckt und wollte fortan einfacher und nachhaltiger leben. Der Nürnberger fand seine Berufung als Autor und startete seinen Blog „Einfach bewusst“ rund um Minimalismus, Nachhaltigkeit, Wandern und vegane Ernährung.

Ausmisten, Müll vermeiden, Achtsamkeit und Wandern

14 Jahre Erfahrung über ein verschlanktes Leben fließen in „Das Minimalismus-Projekt“ ein. Auf 240 Seiten präsentiert Herrmann einen umfassenden Mix aus Ideen, die helfen, das Leben zu vereinfachen und von Ballast zu befreien. Dabei geht es um Reduktion in allen Lebensbereichen: ums Ausmisten von materiellen Dingen, um Gewohnheiten und Müllvermeidung. Um Ordnung, Digital Detox und unkomplizierte Ernährung, Fitness und Freizeit. Ebenso erzählt der Autor über Klarheit in Beziehungen zu anderen Menschen, über Achtsamkeit, die Gefahr von Rückfällen, die Kraft der Werbung und – als passionierter Fernwanderer – über das Glück des einfachen Reisens.

Federleicht statt miesepetrig

Jedem der 52 Kapitel ist ein Zitat vorangestellt – aus der Apostelgeschichte etwa, von Marc Aurel oder auch von Kurt Tucholsky. Sparsam und gechillt bebildert, zeigt schon das Titelbild, eine weiße Feder, die Richtung des Buches an: hin zu mehr Leichtigkeit. Obwohl es in dem Buch um Dinge geht, die die meisten Menschen erstmal als unangenehme Verzichtsforderungen interpretieren könnten, kommt jede einzelne Seite leichtfüßig und freundlich daher. Denn Reduktion erklärt der Autor als Chance für neue Möglichkeiten, die Freiheit geben und beflügeln. Von Miesepetrigkeit und Askese keine Spur.

Lichtschalter-Kung-Fu und andere Challenges

Das ganze Buch ist wie ein großer Pool voller Challenge-Ideen: Wie wäre es damit: Mal ein Jahr lange keine Klamotten kaufen oder ansteigend ausmisten? Also beispielsweise in der ersten Woche täglich einen Gegenstand gehen lassen, in der zweiten zwei usw.? Oder Lichtschalter-Kung-Fu betreiben, 15 Dekoartikel in 15 Minuten aussortieren oder nach dem Vorbild der Hobbits eine Geschenkekiste packen?

Fazit

Ein inspirierender Ratgeber, der mit all seinen Anregungen sicher die meisten Leser zum Ausprobieren verleitet. Wer Lust hat, mal Neues in den eigenen vier Wänden zu entdecken, wer im eigenen Zeug versinkt oder auch einfach nur mehr Freiheit und Leichtigkeit sucht, ist mit Christof Herrmann gut bedient. „Das Minimalismus-Projekt“: ein Buch, das hopst.

 

„Das Minimalismus-Projekt – 52 praktische Ideen für weniger Haben und mehr Sein“ von Christof Herrmann, erschienen im September 2020 im Gräfe und Unzer Verlag, München

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